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Kindertagespflege

Kindertagespflege ist in Dormagen eine weitere Säule innerhalb des Systems der Tagesbetreuung für Kinder. Sie wird insbesondere in den ersten drei Lebensjahren sowie ergänzend zum Besuch einer Betreuungseinrichtung bis zur Vollendung des 14. Lebensjahres  angeboten. Kinder zu fördern und sie in ihrer Entwicklung zu begleiten ist eine wichtige und bedeutsame Aufgabe.
Kindertagespflege versteht sich als ein die Eltern ergänzendes und unterstützendes Angebot im Rahmen der Kindererziehung.

Die Tätigkeit als Kindertagespflegeperson kann im eigenen Haushalt, in anderen geeigneten Räumen oder im Haushalt der Eltern stattfinden. Sie ist vor allem für Eltern interessant, die eine Betreuung ihres Kindes aufgrund berufs- oder ausbildungsbedingter Abwesenheitszeiten nicht selbst ausüben können.
Als Kindertagespflegeperson (Tagesmutter oder Tagesvater) ist man für einen mit Eltern und Jugendamt vereinbarten Zeitraum feste Bezugsperson für die zur Betreuung anvertrauten Kinder. Die Betreuungszeiten werden hierbei individuell abgesprochen.

Die Erziehung, Bildung und Förderung eines Kindes findet in familiärer Form ganztags, halbtags oder stundenweise statt. So kann sich die Kindertagespflegeperson intensiv um das Kind kümmern, seine Bedürfnisse und Eigenarten kennenlernen und sich auf diese einstellen.

Eine Tagesmutter / ein Tagesvater – kann bis zu fünf fremde Kinder gleichzeitig im eigenen Haushalt betreuen. In NRW kann in Einzelfällen eine Betreuung von maximal acht fremden Kindern mit Auflagen erlaubt werden, wobei jedoch nicht mehr als fünf Kinder gleichzeitig anwesend sein dürfen.

Wenn sich mehrere Kindertagespflegepersonen zu einer Großtagespflege zusammenschließen, können höchstens neun Kinder gleichzeitig durch maximal drei Kindertagespflegepersonen betreut werden.

Jede Tagespflegeperson, die ein Kind oder mehrere Kinder außerhalb des Haushalts des / der Erziehungsberechtigten während eines Teils des Tages und mehr als 15 Stunden wöchentlich gegen Entgelt länger als drei Monate betreuen will, bedarf einer Pflegeerlaubnis (§ 43 Sozialgesetzbuch, Achtes Buch). Die Erteilung der Erlaubnis erfolgt durch den Fachbereich Jugend, Soziales, Wohnen und Schule nach Erfüllung bestimmter Voraussetzungen (siehe hierzu „Grundvoraussetzungen für das Tätigsein als Kindertagespflegeperson“).

Wie finde ich eine Tagesmutter, einen Tagesvater?
Die Fachberatung der Stadt Dormagen im Bereich der Kindertagespflege arbeitet seit vielen Jahren eng mit dem Fachvermittlungsdienst des Caritasverbandes für den Rhein-Kreis Neuss eV zusammen.
Die dortige Fachberaterin berät Eltern, die eine Betreuung für ihr Kind suchen, Frauen und Männer, die sich für dieses Arbeitsfeld interessieren sowie bereits qualifizierte Kindertagespflegepersonen.

Der Arbeitsschwerpunkt der Fachberatung bei der Stadt Dormagen liegt im Bereich der Beratung und Begleitung von Eltern und Kindertagespflegepersonen im laufenden Betreuungsprozess sowie in der Erteilung einer Pflegeerlaubnis und der Unterstützung bei der Beantragung finanzieller Hilfen.

Eltern, die eine Betreuung durch eine Kindertagespflegeperson suchen, wenden sich an die Fachberatung des Caritasverbandes. Hier erfolgt eine ganzheitliche Beratung, die verschiedene Aspekte der Kindertagespflege berücksichtigt. Die Vermittlung zu einer Kindertagespflegeperson erfolgt unter Berücksichtigung der Kenntnisse über die Eigenschaften, Motive sowie das häusliche Umfeld der Kindertagespflegeperson einerseits sowie über die der Eltern und des zu betreuenden Kindes andererseits. Grundsätzlich ist es das Recht der Eltern, eine Tagespflegeperson selbst zu bestimmen.

Eltern zahlen entsprechend ihren Einkünften einen Kostenbeitrag für die Betreuung, der sich in seiner Höhe an dem des Elternbeitrages orientiert, der für eine Betreuung in einer Kindertageseinrichtung erhoben würde.
Weitere Informationen zum Thema Elternbeitrag siehe unter „Informationen über Pflegegeld, sonstige Leistungen und Kostenbeteiligung“.

Wie werde ich Tagesmutter/ Tagesvater?
Personen, die sich für die Tätigkeit als Kindertagespflegeperson interessieren, können sich beim Fachbereich Jugend, Soziales, Wohnen und Schule der Stadt Dormagen oder dem Fachvermittlungsdienst des Caritasverbandes informieren und beraten lassen. Grundsätzlich kann jede volljährige Person als Tagespflegeperson tätig sein.

Die Fachberatungen stellen die Eignung der Tagespflegeperson fest. Wer Tagesmutter / Tagesvater werden will, muss beim Fachbereich Jugend, Soziales, Wohnen und Schule einen Antrag auf Erteilung einer Pflegeerlaubnis stellen.

Grundvoraussetzungen für das Tätigsein als Kindertagespflegeperson

  • Voraussetzung und wichtiges Qualitätsmerkmal ist der Erwerb des DJI-Zertifikats von zur Zeit 160 Unterrichtseinheiten
  • Freude und Interesse am Umgang mit Kindern
  • Entsprechende Persönlichkeit und Sachkompetenz
  • Bereitschaft zur Kooperation mit der Familie des Kindes, anderen Tagesmüttern / Tagesvätern, Fachberatungsstellen, Familienzentren / Kindertageseinrichtungen
  • Entsprechende Erfahrung sowie Kenntnisse über die körperliche, geistige, emotionale Entwicklung von Kindern
  • Geeignete persönliche Verhältnisse
  •  Physische und psychische Gesundheit und Belastbarkeit
  • Genügend Zeit
  • Kontinuität in der Betreuung
  • Erste-Hilfe-Kursus für Säuglinge und Kleinkinder (9 Unterrichtsstunden)
  • Bereitschaft zu Fort- und Weiterbildungsmaßnahmen
  • Vertiefte Kenntnisse hinsichtlich der Anforderungen der Kindertagespflege
  • Hospitation bei erfahrenen Kräften innerhalb der Tagespflege vor Aufnahme der Tätigkeit als „neue“ Tagespflegeperson (wird empfohlen und auf Wunsch durch die Fachberatung vermittelt).

Anbieter von Qualifizierungskursen sind Weiterbildungsstätten sowie andere Einrichtungen der Erwachsenenbildung, z.B. in den benachbarten Städten Neuss,  Köln und Düsseldorf.

Weiterhin erforderlich sind:

  • Vorlage eines Lebenslaufs
  • Erweiterte Führungszeugnisse (§ 72a SGB VIII) aller volljährigen Personen im Haushalt der Tagespflegeperson
  • Hausbesuche durch die zuständigen Fachberatungen

Voraussetzungen für ein funktionierendes Betreuungsverhältnis

Die Aufgabe, ein Kind zu fördern und zu betreuen, können Tagespflegeperson und Eltern nur im partnerschaftlichen Miteinander erfüllen. Ihre Zusammenarbeit sollte geprägt sein durch Offenheit, Vertrauen, Verständnis und Kommuni- kationsbereitschaft.

Die Kontaktphase gilt dem Kennenlernen beider Familien untereinander. Die Eltern sollen sich mit dem zukünftigen Umfeld ihres Kindes bei der Tagesmutter / dem Tagesvater vertraut machen. Tagespflegeperson und Eltern sollen ihre Erziehungsvorstellungen und Erwartungen austauschen, insbesondere bezüglich der Fragen nach sozialem Verhalten, Regeln und Grenzen, Sauberkeitserziehung, Ernährung, Fernsehen usw.

Die Tagespflegeperson erfährt bei dieser Gelegenheit auch etwas über die Persönlichkeit und den Entwicklungsstand des zukünftigen Tageskindes und seiner familiären Situation. Der Übergang aus der Familie in die noch unbekannte Kindertagespflegestelle bedarf einer behutsamen Eingewöhnung und bedeutet für jedes Kind eine große Herausforderung an seine Fähigkeiten, sich an eine neue Umgebung zu gewöhnen und Beziehungen zu anderen Personen aufzubauen. Für eine angstfreie Erkundung des neuen Umfeldes ist die anfängliche Anwesenheit der Hauptbezugsperson notwendig (= Eingewöhnungszeit).

Die Länge der Eingewöhnungsphase ist abhängig vom Alter und der persönlichen Entwicklung des einzelnen Kindes. Für ein gut funktionierendes Kindertagespflegeverhältnis ist es wichtig, dass Tagespflegeperson und Eltern sich regelmäßig über den Tagesablauf und die Entwicklung des Kindes austauschen.

Ebenso wie es in der Kindertagespflege einer Eingewöhnung bedarf, soll auch die Ablösephase behutsam verlaufen. Sobald klar ist, dass die Kindertagespflege beendet werden soll, muss das Kind darauf vorbereitet werden. Eltern und Tagespflegeperson sollen dem Kind helfen, den Abschied schrittweise zu ermöglichen. Die Eltern und die Tagespflegeperson haben jederzeit die Möglichkeit, die Fachberatung sowohl beim Caritas Verband als auch bei der Stadtverwaltung in Anspruch zu nehmen.

Gesprächskreise für Tagesmütter und Tagesväter
Der Fachvermittlungsdienst des Caritasverbandes bietet einmal monatlich einen Gesprächskreis für Tagesmütter und Tagesväter an. Hier gibt es die Gelegenheit zum Austausch mit anderen Kolleginnen und Kollegen. Es werden Themen aus der alltäglichen Arbeit angesprochen und Infos weitergegeben, z.B. verschiedene Möglichkeiten der Vernetzung innerhalb der Kindertagespflege. Nach Bedarf werden zu einzelnen Themen auch Referenten eingeladen.

Kontakt: Gabriele Schwieters, Caritasverband, Tel.-Nr.: 02133/2500202

Offener Treff für Tagesmütter und Tagesväter

Der Fachvermittlungsdienst der Stadtverwaltung bietet jeden ersten Dienstagvormittag im Monat einen offenen Treff für Kindertagespflegepersonen mit ihren Tageskindern an. In einem informellen Rahmen können hier Erfahrungen ausgetauscht und Kontakte zu Kollegen und Kolleginnen geknüpft werden.
Kontakt: Annemarie Kampe, Stadtverwaltung Dormagen, Tel.-Nr.: 02133/257-496

 

Interessante Links:

Fachberatung Kindertagespflege

Fachbereich für Schule, Kinder, Familien und Senioren

Neues Rathaus
Paul-Wierich-Platz 2
41539 Dormagen
Raum 2.04 (2. OG)

Ansprechpartner:
Annemarie Kampe
Telefon: 02133/257-496
Fax: 02133/257-77496
E-Mail senden

Sprechzeiten
montags bis freitags
08.30 bis 12 Uhr

Ansprechpartner der Caritas

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Fachberatung Kindertagespflege
Gabriele Schwieters
02133/2500-202
Unter den Hecken 44
41539 Dormagen

Anmeldung über Sekretariat Dormagen
Tel: 02133/2500-200

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