Mehr Präsenz, effektivere Reinigung und Sozialarbeit vor Ort: Bahnhof bleibt im Fokus der Stadt

Der Bahnhof und das Bahnhofsumfeld bleiben im Fokus der Stadt. Bürgermeister Erik Lierenfeld stellte bei einem Rundgang am Dienstag, 30. Juli, gemeinsam mit Ordnungsdezernent Robert Krumbein und Klaus Schmitz, Geschäftsführer der Stadtbad- und Verkehrsgesellschaft Dormagen (SVGD), verschiedene Maßnahmen vor, die an der Station für mehr Sicherheit, Ordnung und Sauberkeit sorgen sollen. „Dazu gehört eine verstärkte Präsenz unseres Ordnungsdienstes, eine effektivere Reinigung des Bahnhofs und der umliegenden Bereiche sowie gezielte Sozialarbeit vor Ort“, sagte Lierenfeld.
Fast täglich fanden im laufenden Jahr am Bahnhof Kontrollen durch das Ordnungsamt statt, im Monat nehmen diese bis zu 25 Stunden in Anspruch. „Das ist zwar nicht die dauerhafte Präsenz, die ich mir vorstelle und die erforderlich wäre, um die Probleme am Bahnhof nachhaltig in den Griff zu bekommen. Aber mit den vorhandenen Personalressourcen ist Präsenz gerade in den Randzeiten abends und am Wochenende problematisch“, erläutert der Verwaltungschef.

Seit der Übertragung des Hausrechts Ende 2018 gehören auch die Gleise zu den Bereichen, die von den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern des Ordnungsamtes regelmäßig kontrolliert werden. Hier ist zudem das Sicherheitspersonal von DB Sicherheit und die Bundespolizei im Einsatz. Von April bis Juni wurden bereits 18 „Kippenschnipper“ am Bahnhof erwischt und mit dem jüngst erhöhten Bußgeld belegt. „Es geht am Bahnhof auch um das subjektive Sicherheitsgefühl der Menschen“, erklärt der Erste Beigeordnete Krumbein: „Die Präsenz uniformierter Kräfte gibt vielen Reisenden ein gutes Gefühl, das wird uns auch in Bürgergesprächen vor Ort immer wieder gespiegelt.“

Das Dormagener Ordnungsamt arbeite hervorragend, lobt Krumbein. „Aber die Kollegen sind an der Belastungsgrenze.“ Eine Möglichkeit, langfristig für mehr Personal zu sorgen, könnte in der Ausbildung von Verwaltungsfachangestellten mit Schwerpunkt Ordnungsrecht liegen. Grevenbroich und Düsseldorf haben damit bereits Erfahrungen gesammelt. „Darüber werden wir uns jetzt informieren und dann entscheiden, ob wir in dem Bereich künftig ebenfalls ganz gezielt ausbilden“, erläutert Lierenfeld.
Für eine effektivere Reinigung des Bahnhofs sorgen zwei Maßnahmen, die in der Arbeitsgruppe „Sicherer und Sauberer Bahnhof Dormagen“ erarbeitet wurden und demnächst umgesetzt werden. Zum einen wird der Bahnhofsvorplatz neu verfugt. „Die geschlossene Fuge sorgt dafür, dass Schmutz und Abfall sich nicht mehr zwischen den Pflastersteinen sammeln und einfacher beseitigt werden können“, sagt SVGD-Geschäftsführer Schmitz.

Im Bereich unter der Arkade vor dem Stadtbus-Kundencenter befindet sich seit Mitte Juni ein neu verfugtes Testfeld. „Die Erfahrung mit der bereits verfugten Zufahrtsrampe an der Radstation hat uns gezeigt, dass die Reinigung erheblich erleichtert wird“, so Schmitz.
Zum anderen schaffen die Technischen Betriebe Dormagen (TBD) ein Heiß-Kalt Wasserhochdruckreiniger an, mit dem eine gründlichere Reinigung ermöglicht wird. „Der Dormagener Bahnhof wird jeden Tag von bis zu 5.000 Reisenden und Pendlern genutzt“, betont der SVGD-Geschäftsführer. „Damit geht eine gewisse Verschmutzung einher. Diese werden wir mit dem neuen Reinigungsgerät und Reinigungsintervall deutlich besser in den Griff bekommen.“

Für viele Nutzer des Bahnhofs sind alkoholisierte Personen auf dem Bahnhofsvorplatz und an den Gleisen ein Ärgernis. „Aus vielen Gesprächen mit Dormagenern weiß ich, dass diese Personen oftmals als geradezu bedrohlich wahrgenommen werden“, berichtet Bürgermeister Lierenfeld. Das Ordnungsamt spreche immer wieder gezielt Personen an, aber: „In den meisten Fällen begehen diese Personen ja keine Ordnungswidrigkeiten oder Straftaten. Dennoch ist es nachvollziehbar, dass Pendler, Schüler und Familien sich von Betrunkenen belästigt fühlen.“
Seit dem 1. Juli betreut ein Streetworker-Team der Diakonie Rhein-Kreis Neuss zudem Jugendliche und junge Erwachsene, die sich tagsüber vor allem am Bahnhof aufhalten. „Das ist Streetwork im besten Sinne. Es geht darum, jeden Tag präsent zu sein und den Klienten praktisch weiterzuhelfen“, erklärt Streetworker Leon Römer. „Dazu gehört die Beratung genauso wie gemeinsame Behördengänge.“

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