Coronavirus: Bürger helfen Bürgern – Stadt vermittelt bei Hilfsanfragen

Es ist bereits das dritte Mal diese Woche, dass sie sich mit dem Rollator auf den Weg gemacht hat. Ein anstrengender Weg liegt hinter der 80-Jährigen. Dennoch nimmt die Hackenbroicherin täglich den Weg auf sich. Ihre Restbestände an Toilettenpapier sind nahezu aufgebraucht. Sie ist verzweifelt. Jeden Morgen das gleiche Spiel: Wenn sie endlich am Supermarkt ankommt, sind die Regale mit Toilettenpapier bereits leer. In ihrer Verzweiflung wendet sie sich an die Bürger-Hotline der Stadt.

„Genau für solche Situationen haben wir einen Pool an ehrenamtlichen Helferinnen und Helfern“, erläutert Jutta Warstat vom Büro für bürgerschaftliches Engagement. „So können wir schnell und unkompliziert Hilfe vermitteln.“ Gerade jetzt, während der Corona-Pandemie, ist der Bedarf enorm groß. Und die Menge an Hilfsangeboten noch wesentlich größer. 21 Hilfeanfragen gab es bisher, die alle vermittelt werden konnten, 52 Hilfsangebote sind bereits eingegangen. Neben vielen Einzelpersonen haben unter anderem auch die Handballer des TSV Bayer Dormagen, Mitglieder der DLRG, Malteser und der „Helfenden Hände“ sowie die Schützenbruderschaft Nievenheim und die Messdiener aus Hackenbroich ihre Hilfe angeboten.

„Es ist sehr bewegend zu sehen, wie diese Krise die Menschen emotional enger zusammenbringt“, sagt Warstat. „Nahezu jeden Tag meldet sich jemand, der helfen möchte.“ So konnte Warstat beispielsweise einer Frau eine Nachbarin vermitteln, die jetzt regelmäßig für die ältere Dame einkaufen geht. Andere benötigten dringend etwas aus der Apotheke oder ein Paket von der Post. Ein Ehepaar hat zudem Kontakt zu einem Seniorenheim aufgenommen und wird diese Woche vor dem Gebäude singen. Die Bewohner können dem kleinen Konzert von ihren Balkonen aus lauschen.
 
Wenn sich ein Hilfesuchender an die Bürger-Hotline wendet, nimmt Warstat Kontakt zu der Person auf und erklärt das Prozedere. Anschließend wird ein geeigneter Freiwilliger ausgesucht und vermittelt. „Bestenfalls finde ich jemanden, der im gleichen Stadtteil oder zumindest in der Nähe wohnt“, erläutert Warstat. Wichtig sei auch, dem Hilfesuchenden den Namen des Freiwilligen mitzuteilen, der ihm beispielweise die Einkäufe vorbeibringt. „Das nimmt gerade Senioren die Angst, auf einen Betrüger hereinzufallen“, erläutert sie. „Zudem können mich die Hilfebedürftigen und Ehrenamtlichen auch jederzeit anrufen. Ein direkter Ansprechpartner ist wichtig. “

Die meisten Anrufer benötigen Hilfe, weil sie nicht mehr rausgehen dürfen, können oder wollen. Manche von ihnen wohnen auch noch nicht so lange in Dormagen und haben noch keine Sozialkontakte in der Nachbarschaft geknüpft.

Auch die 80-jährige Hackenbroicherin ist erleichtert. Ihre vermittelte Helferin hatte noch am gleichen Tag Kontakt zu ihr aufgenommen. Einen Tag später stand sie mit einem Paket Toilettenpapier vor der Tür. Hätte sie keins bekommen, hätte sie der älteren Dame zwei Rollen von sich zu Hause mitgebracht, sagte die Helferin. „Diese Hilfsbereitschaft hat mich schon sehr berührt“, sagt Warstat. „Ich bin froh, dass wir ein so großes und starkes Netzwerk haben. Zumal die Anfragen sicherlich noch mehr werden.“

Wer ebenfalls Hilfe benötigt oder selbst helfen möchte, kann sich an die Bürger-Hotline der Stadt Dormagen telefonisch unter 02133 257 555 oder per E-Mail an hilfe@stadt-dormagen.de wenden. Die Bürger-Hotline ist montags bis freitags von 8 bis 18 Uhr und samstags von 10 bis 14 Uhr erreichbar.

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