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Beethovenquartier: Bürger können ihre Ideen einbringen

Für jeden Stadtplaner ist es wie ein Sechser im Lotto: Direkt in Innenstadtlage noch einmal ein komplett neues Wohnviertel zu entwickeln – diese Chance hat Dormagen durch die Schließung der Realschule und der dazugehörigen Sportanlagen an der Beethovenstraße.

Auf einer Fläche, so groß wie fünfeinhalb Fußballfelder, wird hier das „Beethovenquartier“ entstehen. „Wir möchten eine anspruchsvolle Architektur, die sich behutsam in die vorhandene Umgebung einfügt“, sagt Bürgermeister Erik Lierenfeld. Im Rahmen eines städtebaulichen Wettbewerbs können dabei auch die Bürger ihre Ideen und Wünsche einbringen. Die Auftaktveranstaltung findet am Montag, 29. Mai, um 18 Uhr in der Kulturhalle an der Langemarkstraße statt. Mit dabei sind vier Planungsteams, die sich an dem Wettbewerb beteiligen. Sie werden sich an diesem Abend vorstellen und gemeinsam mit der Stadtverwaltung die Anregungen der Bürger aufnehmen.

Danach beginnt die Arbeit an den Entwürfen, die in zwei Bürgerversammlungen noch einmal erörtert werden, bevor die Jury am Ende den Siegerentwurf auswählt. „Dies ist ein sehr intensives Dialogverfahren, das der Bedeutung dieses Viertels in seiner hervorragenden Lage unmittelbar neben dem Stadtbad, dem Schulzentrum, dem Bahnhof sowie dem Dormagener Zentrum entspricht“, sagt der zuständige Fachbereichsleiter Gregor Nachtwey. „Wir möchten hier ein echtes städtebauliches Highlight schaffen.“ Zum Planungsgebiet gehören neben dem 5,5 Hektar großen Wohnviertel auch die umliegenden Grünzüge mit Spielplätzen und Freizeitanlagen (insgesamt 5,4 Hektar). „Den Park an der Haberlandstraße werden wir erhalten und noch attraktiver gestalten. Dies gilt genauso für die Grünflächen in Richtung Florastraße“, kündigt Bürgermeister Lierenfeld an. Als Ersatz für die alte Sporthalle der Realschule, die den künftigen Wohnhäusern weicht, prüft die Stadt derzeit den Neubau einer Dreifachsporthalle im Bereich des Schulzentrums. Zu all diesen Themen können die Bürger am 29. Mai ebenfalls ihre Vorschläge äußern.

Die vier am Wettbewerb beteiligten Planungsteams haben nach der Auftaktveranstaltung rund sechs Wochen Zeit, um erste Entwurfsideen für Häuser und Grün zu entwickeln. Am Mittwoch, 12. Juli, um 18 Uhr werden diese Zwischenergebnisse erneut in der Kulturhalle vorgestellt und mit den Bürgern besprochen. Die Abschlussveranstaltung mit der Präsentation der endgültigen Entwürfe ist für den 7. November geplant. Dann haben zunächst die Bürger das Wort, bevor die Jury den Sieger festlegt. Der städtebauliche Entwurf ist Grundlage für den Bebauungsplan, den die Stadt – wieder­um mit Bürgerbeteiligung – 2018 aufstellen wird. Ab 2019 kann das Wohnviertel dann mit Straßen und Kanälen erschlossen werden, im Anschluss daran startet der Häuserbau.