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Foto: Franz-J. Blumenthal
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Foto: Matthias Hintenaus
Foto: Stadtpressestelle
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Gohr & Broich

Beide Ortslagen liegen auf der so genannten Mittelterrasse der Landschaft. Zu Fuße dieser Mittelterrasse befindet sich eine Senke. Angeblich soll es sich hierbei nicht um einen alten Rheinarm handeln, sondern um die Folgelandschaft eines eigenständigen Gewässers, welches später zur Bruchlandschaft verlandete. 

Bis zur römischen Zeit war diese Senke nicht besiedelt. Vielmehr gab es dort einen Tempel, in dem Nymphen verehrt wurden. Noch heute lässt sich diese Senke vom Friedhof der Kirche St. Odilia nach Osten blickend, leicht in der Landschaft ausmachen. Die Mittelterrasse wurde weitaus früher besiedelt als die Niederterrasse.

So nahe die beiden heutigen Dörfer Gohr und Broich auch beieinander liegen, früher hatten sie nicht immer viel gemein.

Lange hat die Geschichte beide Orte getrennt: Im Zuge der napoleonischen Besatzung des Rheinlands wurde Gohr Anfang des 18. Jahrhunderts der Bürgermeisterei (Mairie) Nettesheim zugeschlagen, während Broich erst 1839 Gemeinde wurde und seit der „Franzosenzeit“ Bestandteil der Bürgermeisterei Evinghoven war.

Seit 1870 gehörte Gohr dann zum Einzugsbereich des damaligen Amtes Nievenheim. Broich folgte erst deutlich später: Am 1. April 1938 wurde das Dorf nach Gohr eingemeindet und kam damit erstmals im heutigen Dormagen an, so wie es seit 1975 besteht.

Was die Größenordnungen der beiden Orte angeht, haben sich diese in den vergangenen Jahrzehnten weiterhin in Richtung Gohr verschoben. Dort entstand unterhalb der Terrassenkante in den 1970er Jahren  eine Neubausiedlung.

Die Grundwasserproblematik schien seinerzeit durch die entsprechenden Eingriffe des Braunkohletagebaus gelöst. Heute erhöht sich der Grundwasserspiegel wieder langsam, nach Lösungen für die Bebauung des Unterdorfes wird gesucht.

Die Kirche St.-Odilia ist die älteste Kirche im Rhein-Kreis Neuss. Sie ist der, der Legende nach augenheilenden Heiligen geweiht. Die architektonisch reizvoll gestaltete und größtenteils in ihrer Ursprungsform erhaltene Kirche beherbergt einige sehenswerte Besonderheiten in ihrem Inneren.

Gohr hat rund 2 100 und Broich rund 140 Einwohner, wovon nur rund 360 unter 18 Jahre alt sind.

In Gohr und Broich gibt es noch eine Grundschule, die seit einigen Jahren als Zweigschule der Nievenheimer Friedenschule betrieben wird. Es gibt auch einen Kindergarten.

Im Doppelort wird ein reges Vereinsleben geführt. Seit einigen Tagen haben die zahlreichen Mitglieder mit dem neu eröffneten "Gohrer Landgasthaus" wieder eine attraktive Gaststätte & Biergarten, um sich zu treffen.

Foto: Stadtpressestelle
Foto: Matthias Hintenaus
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