Lisa Eckhart: Die Vorteile des Lasters

Sonntag, 10. November 2019, 20 Uhr, Kulturhalle Dormagen

Ausverkauft!

Es war nicht alles schlecht unter Gott. Gut war zum Beispiel, dass alles schlecht war. Denn alles, was man tat, war Sünde. Wir waren alle gute Christen und hatten einen Heidenspaß. Die Hölle zählte Leistungsgruppen, Ablässe waren das perfekte Last-Minute Geschenk und lasterhaft zu sein noch Kunst. Doch dann starb Gott ganz unerwartet an chronischer Langeweile. Und bei der Testamentsverlesung hieß es, wir wären alle von der Ursünde enterbt. Fortan war kein Mensch mehr schlecht, jedes Laster nunmehr straffrei und die Hölle wegen Renovierungsarbeiten geschlossen. So fand der Spaß ein jähes Ende.

Heute ziehen Eisfirmen, Elektronikgeschäfte und jedes zweite Schlagerlied die sieben Sünden in den Dreck, indem man sie zur heiligen Tugend erklärt. Gott befahl uns zu entsagen, Coca Cola zu genießen. Man hat uns alles erlaubt und somit alles genommen. All-You-Can-Eat Buffets vergällten die Völlerei. Facebook beschämte die Eitelkeit. Wellnesshotels verweichlichten die Trägheit. Sie alle haben’s schlecht gemeint. Doch schlecht gemeint ist bekanntlich das Gegenteil von schlecht. Und kein Zweck heiligt das Mittelmaß.

Darum gilt es, die Sünden neu zu erfinden. Wie widersetzt man sich der Spaßgesellschaft ohne den eigenen Spaß einzubüßen? Wie empört man seine Umwelt ohne als Künstler verleumdet zu werden? Wie verweigert man sich dem Konsumerismus ohne auf irgendetwas zu verzichten? Wie verachtet man die Unterhaltungsindustrie ohne Adorno schmeichelnd ans Gemächt zu fassen? Wie wird man zum Ketzer einer säkularisierten Welt?

Lisa Eckhart, eine junge Steirerin, kroch aus der verbrannten Erde der deutschen Poetry Slam Szene, um sich in der Kabarettszene mehr Raum zu verschaffen. Mit Performance und Texten so gnadenlos wie der Katholizismus und so wortgewandt wie eine Nationalratssitzung. Und mit Riesenerfolg: Sie gewann den Deutschen Kabarettpreis 2018, gilt als Shooting-Star in der Kabarett-Szene und ist Stammgast in den renommiertesten TV-Sendungen von "Nuhr im Ersten" bis zu den "WDR-Mitternachtsspitzen".

Jürgen Becker: Volksbegehren

Dienstag, 3. Dezember 2019, 20 Uhr, Kulturhalle Dormagen

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Blattläuse haben es leicht. Wenn ihnen nach Fortpflanzung zumute ist, gebären die Lausmädels ohne Zutun eines Lausbuben bis zu zehn Töchter am Tag. Sie müssen nicht fragen: „Zu mir oder zu dir? Sie fragen: „Zu mir oder zu mir?“ So einfach kann das Leben sein. Doch etwas muss ja dran sein am Sex. Jedenfalls hat sich der Austausch von Körperflüssigkeiten zwecks Fortpflanzung bei 99% der Tierarten durchgesetzt. Geschlechtliche Fortpflanzung findet man gar bei Obstbäumen, Topfpflanzen, Ziersträuchern und in Blumenrabatten, wenn darin Herren- und Damenkegelclubs des Nachts bei ihren feucht-lustvollen Ausflügen übereinander herfallen. Wir sind Tiere und werden es immer bleiben. Daran erinnert uns der Sex, weshalb er so beunruhigend, aufwühlend, elektrisierend, schockierend, bedrohlich und…..so angenehm ist. So wundern wir uns über das Tierhafte unserer Körper und empfinden Sie gelegentlich als peinlich, abstoßend und vulgär. Wir schämen uns Ihrer, es sei denn, wir sind im Internet.

Kann die Religion diese Scham erklären oder erklärt die Scham gar die Religion? Denn in der bunten Götterwelt finden wir bereits alle Spielarten der Sexualität wieder, auch die Homoerotische. Und schon immer hat die Religion das versucht, was wir heute endlich geschafft haben: Wir können Kinder zeugen ohne Zeugungsakt und Sex genießen ohne Kinder zu zeugen. Früher musste man dafür beten: „Heilige Maria, die du empfangen hast ohne zu sündigen, lass mich sündigen, ohne zu empfangen!“ Aber was macht sexy? Was lehrt uns die Erotik über uns selbst? Und welche Lebensweisheiten können wir aus Ihr gewinnen?

„Mitternachtsspitzen“ sind im gleichnamigen Film mit Doris Day und John Garvin Dessous und so wagt der Moderator derselben einen kabarettistischen Beischlaf mit dem Eros, dem wohl mächtigsten aller Götter. Jürgen Becker bittet zum Blick durchs Schlüsselloch. Das Publikum darf sich beim Liebesspiel mit Worten aufs angenehmste gekitzelt fühlen und beim Anblick von hundert erotischen Meisterwerken in Deckung bleiben – und spürt dabei geflissentlich, dass schöne Schenkel nicht nur im Bett betören. Gelegentlich darf man sich auch darauf klopfen.

Schlachtplatte - die Jahresendabrechnung

Sonntag, 12. Januar 2020, 20 Uhr, Kulturhalle Dormagen

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Das hat es am Humorstandort Deutschland auch noch nicht gegeben: Drei Frauen und ein Quotenmann blicken in einem Ensemble zurück aufs vergangene Jahr! Dagmar Schönleber, Sarah Hakenberg, Lisa Catena und Robert Griess rechnen gemeinsam ab mit all dem Wahn- und Schwachsinn des Jahres 2019 – von Trumps Twitter-Präsidentschaft bis zur neuen Bundesregierung, von der Europa-Wahl bis zum Pflegenotstand, vom Diesel-Skandal bis zum Bundeswehr-Desaster.

Live-Kabarett nach dem Motto "Wer heilige Kühe ehrt, ist fromm. Wer heilige Kühe schlachtet, wird satt". Serviert mit allen Zutaten, die es zu einem zünftigen Schlachtfest braucht: Vom sarkastischen Stand-up-Monolog bis zur satirischen Massenszene, vom sozialkritischen Song bis zum spaßigen Sketch.  

Lisa Catena ist alles, was Sie von einer Schweizerin nicht erwarten: schnell, politisch und komplett unneutral. Sarah Hakenberg sitzt oft am Klavier und haut ihrem Publikum kleine gemeine Chansons und mitreißende Gassenhauer um die Ohren. Dagmar Schönleber, die Punkrockerin mit Westerngitarre, vereinigt warmherziges Kabarett mit intelligenter Comedy. Zusammen sind sie "Das Kabarettistische Quartett" der deutschen Kleinkunst-Szene!

Onkel Fisch: Populisten haften für ihre Kinder

Samstag, 15. Februar 2020, 20 Uhr, Kulturhalle Dormagen

Wer im Politik-Dschungel dem gemeinen Populisten in freier Wildbahn begegnet, der sollte die nötige Survival-Ausrüstung dabei haben: Ein Hysterie abweisendes dickes Fell, eine Polit-Parasiten-Impfung und ein klares Profil für einen sicheren Stand.

Das Satire-Duo Onkel Fisch hat den Erste-Hilfe-Rucksack geschnürt und wagt sich tief in den Sumpf der einfachen Wahrheiten. Dorthin, wo einige Fragen noch ungeklärt sind: Gelten die Menschenrechte für alle Menschen? Was genau ist die Alternative zu Fakten? Gibt es eigentlich auch „Verschwörungspraktiker“?

In ihrem 17. Programm streiten, singen, tanzen und spielen sich die Bewegungsfanatiker von Onkel Fisch durch ein Politik-Survival-Action-Kabarett. Gemeinsam Populisten im Lachen untergehen lassen.

Katie Freudenschuss: Einfach Compli-Katie!

Geänderter Termin: Samstag, 21. März 2020, 20 Uhr, Kulturhalle Dormagen

Sängerin, Pianistin, Songschreiberin und Sachensagerin: Katie Freudenschuss ist eine vielseitige Künstlerin, die auf allen Bühnen überzeugt hat und auch schon in der ZDF-Satireshow „Die Anstalt“ zu Gast war.  In ihrem neuen Programm entspinnt sie, inspiriert von einem Tagebuch aus den 1950er-Jahren, mit Verve und feiner Beobachtungsgabe ihre modern und intelligent servierte Comedy.

Sie spielt und singt stimmgewaltig, schlagfertig und mit großer musikalischer Vielfalt. Emotional und humorvoll improvisiert Katie Freudenschuss verbal und am Klavier mit Zuschauern und Situationen und stellt die Frage: War das Leben eigentlich immer schon so kompliziert?

Poetisch, berührend, ironisch und absurd – ein kurzweiliger Abend über Liebe, Frauengold, 72 Jungfrauen und Melania Trump.

Die Vorstellung war ursprünglich für den 22. März 2020 geplant. Wegen eines TV-Engagements der Künstlerin wurde die Veranstaltung auf Samstag, 21. März 2020, vorgezogen.

Chin Meyer: Leben im Plus

Freitag, 3. April 2020, 20 Uhr, Kulturhalle Dormagen

Chin Meyer ist sich sicher: Bisherige große Widersprüche vereinen sich vor unseren Augen zu unliebsamen Synergien, getrieben von Geld und Politik. Denn bis vor kurzem galt noch: trotziges 5-jähriges Kind ODER mächtigster Mann der Welt. Verfassungsschutz ODER Pannen-Dienst. Mutter aller Probleme-Minister ODER Schraube locker. Heute hingegen ist alles möglich, denn das alte Entweder-Oder-Denken ist ein Fall für den Misthaufen.

Chin Meyer dreht die Verhältnisse um. Er lässt Widersprüche humorvoll zu und inspiriert ein Leben im Plus. Also: Mentaler Veganer sein UND trotzdem Steak lieben! Totalitäre Neigungen haben UND trotzdem Menschenrechte achten! Kapitalist sein UND trotzdem sozialverträglich handeln!

Gewohnt geistvoll, bissig und liebevoll durchforstet Meyer die herrlich absurden Widersprüche von Gesellschaft, Wirtschaft und Politik: Ob Digitalisierung 5.0, künstliche Intelligenzen, Migration oder Verschwörungstheorien – der Humor-Meister der Finanzwelt surft böse, charmant, improvisationsfreudig, musikalisch und mit Witz durch unsere schöne, bunte, neue Welt.

Florian Schroeder: Neustart - Vorpremiere

Sonntag, 30. August 2020, 20 Uhr, Kulturhalle Dormagen

Die Welt geht täglich unter – schuld sind die Rechten und die Araber, die Klimaleugner und die Klimahysteriker sowieso. Das Geschrei hat das Gespräch ersetzt, es gibt keine Gegner mehr, nur noch Feinde – und Opfer. Nichts ist mehr berechenbar: Wer hätte gedacht, dass Trump kommt und die Briten gehen? Und dann ist da auch noch der Chinese, der vor der Tür steht wie früher der Russe. Die Digitalisierung schafft uns alle ab, Disruption und Revolution sind permanent geworden. Wir kennen alles, wissen nichts. ADHS ist keine Krankheit mehr, sondern Digitalkompetenz.

Alles soll eindeutig sein und ist doch so paradox: Während wir mit Hochgeschwindigkeit der Apokalypse entgegensegeln, sehnen wir uns verzweifelt nach neuen Helden. Der neue Messias – dringend gesucht. Aber wehe, er ist dann doch ein Mensch. Florian Schroeder drückt den Reset-Knopf. An diesem Abend formatieren wir die Festplatte neu – jenseits von Weltuntergang und Erlösungsversprechen, jenseits von Hysterie und Gleichgültigkeit, jenseits von Gut und Böse. Reflexion statt Reflexe. Wenn alle „Game over“ rufen, setzt Schroeder auf Neustart.

Der Moderator der SWR-Spätschicht feiert nach 2017 die nächste Vorpremiere in Dormagen.

Foto: Frank Eidel

Jochen Malmsheimer: Dogensuppe Herzogin - ein Austopf mit Einlage

Freitag, 18. September 2020, 20 Uhr, Kulturhalle Dormagen

Kabarett ist dieser Tage wichtiger denn je. Die gefühlte Arschlochdichte und Idiotenkonzentration, die allgemeine, bimssteinerne Generalverblödung und präsenile Allgemeinabstumpfung, die cerebrale Fäulnis in diesem Land war, subjektiv gefühlt, immer schon hoch. Aber nun lässt sich dieses trübe Faktum nicht mehr nur im Experiment nachweisen, sondern ist für uns alle, die wir über Geist, Witz, Verstand und Geschmack verfügen, fühlbar im Freiland angekommen. Und dort im Freiland zeltet Malmsheimer  bereit, sich diesem Unsinn in den Weg zu stellen.

Gerd Köster & Frank Hocker: Wupp

Freitag, 9. Oktober 2020, 20 Uhr, Kulturhalle Dormagen

Wupp – do sin se widder. Die melancholischen Frohnaturen Gerd Köster und Frank Hocker kommen mit eigenen Songs aus eingekölschten Cover-Versionen von Rod Stewart über Iggy Pop und Tom Waits bis Frank Zappa zurück. Ergänzt durch den fantastischen Helmut Krumminga entsteht eine Gefühlswelt zwischen saftiger Lebenslust und Spielfreude, tröstendem Sarkasmus, vollem Ernst und einer Prise kerngesunder Blödelei. Zwei Gitarren, eine Stimme – Wupp.

Wilfried Schmickler: Kein zurück!

Mittwoch, 21. Oktober 2020, 20 Uhr, Kulturhalle Dormagen

Deutschland im Aufbruch! Wo geht es hin? Wer darf mit? Und vor allem: wann geht es endlich los? An den Haltestellen stehen die Verunsicherten im Dauerregen und warten auf die nächste Mitfahrgelegenheit. Denn alle wissen: wer jetzt den Anschluss verpasst, der landet auf dem Abstellgleis: aussortiert, verloren, abgehängt. Aus den Lautsprechern: Durchhalteparolen. An den Anzeigetafeln: Werbung für Beruhigungsmittel. Hinter den Auskunfts-Schaltern: Kollege kommt gleich. Die als Glückspilze verkleideten Mitarbeiter des Heimat-Ministeriums verteilen Gutscheine für Rückfahrkarten. Traumreisen in die Vergangenheit. Nostalgie-Trips in die Welt von Vorvor-Gestern. Wenn möglich, bitte umkehren. Aber es gibt kein neues Leben im Alten und es gibt kein trautes Heim im untergegangenen Reich. Es gibt kein zurück!

Auf den Punkt, hintersinnig, bitterböse und poetisch: Wilfried Schmickler zeigt sich von seiner besten Seite. Der Rausschmeißer der WDR-Mitternachtsspitzen hat nach vorne geschaut. Und was er da gesehen hat, davon berichtet er in seinem Programm „Kein zurück“. Satirisch brillant in der Analyse der bundesdeutschen Wirklichkeit und kompromisslos in moralischen Fragen.

Foto: Holger Scholl

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